Fallingbostel in Bildern

am 10. November 2009, von Dagmar Tille

Ein Porträt der Stadt Bad Fallingbostel mit Bildern des Malers Peter Pöllmann ist vom 7. bis 18. November im Ratssaalfoyer in Bad Fallingbostel zu sehen

Wie porträtiert man eine Stadt? Wie porträtiert man diese Stadt? Die Aufgabe erscheint umso schwieriger, als Urbanität nicht gerade das Stichwort ist, das man nach alltäglichem Erleben mit Bad Fallingbostel in Verbindung bringen würde.

Der seit langen Jahren in der Region ansässige Künstler Peter Pöllmann hat sich dieser Aufgabe genähert, indem er seine persönliche Wahrnehmung der Stadt und seine Erinnerungen mit einer manchmal topographisch, manchmal historisch geprägten Herangehensweise verwoben hat.

In den Stadtszenen zeigt er wiedererkennbare, sommerlich wirkende Szenen, die er ästhetisch farbig überhöht und so einer allzu wohlig wirkenden Vertrautheit entzieht. Porträts von Personen der Stadtgeschichte hingegen entfalten ihre Wirkung in einer (zumindest für Peter Pöllmann) zurückgenommenen und symbolhaften Farbigkeit.

Oft nähert sich Pöllmann seinen Themen mit collageartig zusammengesetzten Figurationen. Dies gilt für die Bilder, die eigenes Erleben und persönliche Erinnerungen aufgreifen aber auch für die von der Stadtgeschichte inspirierten Bildzyklen. Hier blendet der Maler die Vergangenheit auch dann nicht aus, wenn diese erschreckend war und uns durch Brutalität und Menschenverachtung bestürzt: ein dreiteiliges Bildwerk erinnert an das Schicksal zehntausender Kriegsgefangener, die im Stalag in Oerbke elendig unter menschenverachtenden Bedingungen ums Leben gekommen sind.

Diese Vielfalt, die Schönes genauso wie Abgründiges zeigt, ist die Stärke dieser Ausstellung - sie vermittelt damit auch eine Ahnung von der Komplexität kleinstädtischer Identität: darin kommt romantische Naturbetrachtung genauso vor, wie Traditionsbewusstsein aber eben auch eine kritische Auseinandersetzung mit Vergangenheit.

Dank so enger regionaler Bezüge und des Bekanntheitsgrades des Malers in der Region war die Vernissage am 6. November 2009, die von Erwin Dettmer an der Gitarre musikalisch begleitet wurde, entsprechend gut besucht. Um die 100 Interessierte fanden den Weg in das Ratssaalfoyer.

Die Ausstellung Porträt der Stadt Fallingbostel mit Bildern von Peter Pöllmann im Ratssaalfoyer in Fallingbostel dauert vom 7. bis 18. November 2009 und ist Samstag, Sonntag und Mittwoch jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Begleitend zur Ausstellung liegt ein mehrseitiges Heftchen mit Texten des Stadtarchivars Dr. Wolfgang Brandes aus.